Aus der Chronik des
KNAPPENCHOR
BERGWERK CONSOLIDATION
 

Im bitteren Kriegs- und Hungerjahr 1917 fanden sich
Bergleute auf der Schachtanlage Consolidation, um den Knappenchor aus der Taufe zu heben.

Ihr Motiv war die Liebe zur Musik und die
Pflege bergmännischen Brauchtums.
In mehr als 9 Jahrzehnten hat sich daran nichts geändert.

Bis zur Zerstörung des Vereinslokals Wilhelmgarten am 06.11.1944 trafen sich die Sänger wöchentlich zur Gesangstunde um ihrem geliebten Hobby zu frönen.

Nach dem Krieg kamen die Sänger (damals noch „Sangeslust Consol“) wieder zusammen um den Neuaufbau zu beginnen.
In recht kurzer Zeit wurde ein beachtlicher Klangkörper geschaffen.

Die Kohlenkrise 1967 beendete zunächst die erste Aufbauphase nach dem Krieg. Der Chor machte aus der Not eine Tugend und schloss sich mit den Sängern der Schachtanlage Unser Fritz (damals „ MGV Unser Fritz“) zusammen.
Eine neue Blütezeit für den Knappenchor brach an.

In der Wahl der Chorleiter hatten die Knappen immer eine glückliche Hand. Von Willy Giesen und Josef Schlangmann über
die langjährige Zeit mit Walter Führer zu
Dr. Clemens Brinkmann, Stefan Peller, Claudius Stevens
bis zum derzeitigen Leiter Lothar Trawny, gelang es dem Chorvorstand immer hervorragende Chorleiter, mit hohem musikalischen Sachverstand, zu verpflichten.

Besonders bemerkenswert ist der musikalische Nachlass von Walter Führer den er dem Knappenchor in seiner 23 jährigen Chorleitertätigkeit hinterlassen hat.
Viele bergmännische aber auch heitere Volkslieder
komponierte Walter Führer für die Knappen.
Noch heute bringt der Knappenchor in seinen Konzerten und Auftritten diese Lieder zum Vortrag.

Im Jahre 1979 brachte der Chor seine erste Schallplatte auf den Markt: „Bergmannslieder aus 5 Jahrhunderten“ lautet der Titel. Diese Platte machte ihren Weg und fand im gesamten Bundesgebiet Anklang.

Funk- und Fernsehaufnahmen sowie Mitwirkungen bei den Ruhrfestspielen machten den Knappenchor zu einem Markenzeichen im Ruhrrevier.

In seiner langen Vereinsgeschichte hat der Knappenchor Sängerfreundschaften zu zwei Männerchören geknüpft, die heute noch sehr lebendig sind und für den Knappenchor einen hohem Stellenwert haben.

Anfang der siebziger Jahre kam es zu einer Kontaktaufnahme
zum „Sängerbund Sulzbach“ im Schwarzwald.
Einige Mitglieder des Knappenchors erinnern sich noch gerne an die ersten Treffen in Sulzbach bzw. in Gelsenkirchen.

Nach dem Fall der Mauer 1989 kam es zu einem Kontakt in der Lausitz. Dort gibt es den „Chor der Bergarbeiter Brieske“ aus der brandenburgischen Braunkohle.

Viele schöne Stunden konnten im Kreis der Sangesfreunde bei zahlreichen Besuchen und Konzerten verbracht werden.

Obwohl die Consolschächte 1993 ihre Förderung einstellten
und im Zuge der Rückzugsmaßnahmen des deutschen Steinkohlenbergbaus der komplette Bergbau aus Gelsenkirchen sich zurückgezogen hat, gibt es für den Knappenchor weiterhin Kontakt zum aktiven Bergbau.

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